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79 Jahre Vereinsgeschichte

 

Die Gründerjahre:

 Schon zum Ausklang des 19. Jahrhunderts wurde in England Fußball gespielt und diese neue Sportart wurde recht bald zum Volkssport in Deutschland. In unserem Landkreis wurden bereits im Jahre 1920 mehrere Fußballvereine, z.B. der FC Lauingen, gegründet, und im weiteren Verlauf der 20er Jahre setzte sich diese Entwicklung fort. Die Anfänge des Fußballspielens reichen in unserer Gemeinde bis ins Jahr 1928 zurück. An eine Vereinsgründung konnte damals allerdings noch nicht gedacht werden. Noch fehlte das allgemeine Verständnis für das vor allem auf dem Lande noch nicht weit verbreitete neue Ballspiel, und es mangelte auch noch am notwendigen Initiator zur Einführung eines geordneten Spielbetriebes. So war es für die jungen Steinheimer Kicker ein Glücksfall, dass 1931 mit dem neuen Ortsgeistlichen Sebastian Wieser eine für den Sport aufgeschlossene Persönlichkeit in unsere Gemeinde kam. Als dieser am 15. Oktober 1931 die Pfarrei Steinheim übernahm, bestand zwar bereits eine Mannschaft, die aber noch keine Heimat hatte. So kam es durch seine Initiative zur Gründung einer Fußballabteilung mit dem Namen DJK (Deutsche Jugendkraft), die dem damals bestandenen Kath. Arbeitsverein angeschlossen wurde. Aus den Aufzeichnungen des heutigen Sportvereins und einer Notiz im „Donau-Boten“ vom 23.03.1932 ist uns auch noch die erste Mannschaft überliefert. Mit dem neuen Pfarrherrn Sebastian Wieser bekamen die jungen Sportler zusätzlich große Hilfe. Als Gründungsmitglied und Förderer der neuen Sportbewegung setzte er sich nicht nur für die Schaffung eines Spielfeldes ein, sondern auch für dessen Ausbau, als Bürgermeister und Gemeinderat den Spielbetrieb einstellen lassen wollten. Mit welchen Schwierigkeiten um 1930 auf dem Lande gespielt werden konnte, ist heute nicht mehr vorstellbar. So hatten unsere ersten Kicker ein Spielfeld, in dem sich in der Mitte ein Holzmast der Starkstromleitung und am Ende ein Wassergraben befanden. Zudem fehlte es an Geld zum Kauf von Trikots, Fußballschuhen und weiteren Ausrüstungsgegenständen. In diesen Zeiten halfen hilfsbereite Freunde den Fußballern mit Geld und Material. Vor allem waren es Hans Ayrle, Magnus Kummer und eben Pfarrer Wieser.

Im Laufe des Jahres 1932 wurden dann die ersten Freundschafts- und Ver- bandsspiele ausgetragen. Die Spieler erhielten Pässe und waren auch gegen Unfall versichert. Gespielt wurde im Landkreis Dillingen und in den umliegenden Gemeinden. Schwierig war aber oft die Fahrmöglichkeit für die aktiven Spieler, denn nicht jeder besaß ein Fahrrad. So mussten häufig zwei Personen dort Platz finden.

mannschaft 1932

DJK Steinheim im Jahre 1932:Stehend: Ludwig Stadler, Martin Sager, Karl Stadler, Josef Lachenmayr, Georg Kapp Mitte: Johann Krebs, Michael Heider, Lorenz Horsch Vorne: Robert Sandtner, Hans Plutz, Leonhard Wiehler

Der Nationalsozialismus und der 2. Weltkrieg:

 Das Jahr 1933 brachte abermals den Aufwärtstrend des jungen Sportvereins ins Stocken. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde der Kath. Verband zur Förderung der Leibesübungen (DJK) aufgelöst. Dadurch musste auch die DJK ihren Spielbetrieb einstellen. Für unsere Fußballfreunde, deren 1.Vorsitzender ab 1937 Otto Wittmann war, bestand somit nur noch die Möglichkeit, unerlaubt zu spielen, was auch häufig praktiziert wurde. Man spielte damals in der 2.Kreisklasse, Gruppe Höchstädt, mit. Darüber hinaus kam hinzu, dass in den folgenden Jahren viele Jungmänner zur Wehrmacht und zum Reichsarbeitsdienst eingezogen wurden. Fußballspieler standen somit auch aus dieser Sicht nicht mehr zur Verfügung. Gänzlich erlosch jegliche spielerische Tätigkeit mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Sie ruhte bis 1946. Die Folgen des Krieges hatten auch Auswirkungen auf die sporttreibenden Vereine. Die Besatzungsmächte lösten nämlich alle auf. Erst durch eine Verfügung der amerikanischen Militärregierung war es ab Frühjahr 1946 wieder erlaubt, unter Beachtung angeordneter Vorschriften Sportvereine zu gründen, wenn dadurch keine politischen Ziele verfolgt wurden. Seitens der Siegermächte war auch befohlen, dass keine ehemaligen NSDAP-Mitglieder in den Vorstand von Vereinen gewählt werden durften.

Die Wiedergründung des Vereins

Aufgrund der erwähnten Erlaubnis durch die Militärregierung fanden sich in den ersten Monaten des Jahres 1946 in unserer Gemeinde wieder Männer zusammen, die versuchten, aus den noch bestehenden Resten des Vereins neue Aktivitäten zu wecken. So wurde nach Ostern 1946 eine erste Besprechung geführt, bei der sich alle Anwesenden für eine Wiedergründung des Sportvereins aussprachen. Vor allem wandten sich die Sportkameraden Josef Gail, Georg Horsch, Franz Kapp, Josef Strasser und Michael Heider an die Dorfjugend mit der Bitte um Unterstützung. Bereits am 13.Mai 1946 konnte im Gasthaus „Zum Ochsen“ eine neue Vorstandschaft gewählt werden. Der Verein nannte sich von jetzt an SSV Steinheim und nahm ab der Runde 1946/47 wieder am Verbandsspielbetrieb teil. Im Jahre 1949 zählte der Verein bereits rund 100 Mitglieder. Die wieder erstandene Vereinigung war nämlich mittlerweile in Spiel, Sport und Geselligkeit sehr gefragt.

Ein herber Rückschlag

 Doch vor dem Jahr 1949 wurde es nochmals sehr dunkel im Leben des Spiel- und Sportvereins. Zum Leidwesen aller Fußballfreunde stellte 1947 die Kreisbehörde fest, dass das Spielfeld wegen einer darüber befindlichen Starkstromleitung nicht mehr bespielbar sei. Durch diesen Umstand bestehe Gefahr für Spieler und Zuschauer. Deshalb drängte das Landratsamt nach einer Besichtigung auf eine Beseitigung des Gefahrenherdes. Da es aber an Geld fehlte, das für die erforderlichen Arbeiten aufgebracht hätte werden müssen, musste der Spielbetrieb eingestellt werden. Der Verein stand dadurch wohl vor seiner schwierigsten Situation in seiner Geschichte. Es drohte die Auflösung! Aufgrund der prekären Lage legten der damalige 1.Vorsitzende Josef Lachenmayr und der Schriftführer Josef Gail zum 01.06.1948 ihre Ämter nieder.

Der 2.Vorsitzende Michael Heider stand dadurch vor der unangenehmen Aufgabe, falls keine Hilfe käme, den Verein auflösen zu müssen, bestehende Verpflichtungen und geldliche Absprachen zu bereinigen oder durch Vergleichsverhandlungen andere Vereine zufrieden zu stellen. Die noch im Amt verbliebenen Vorstandsmitglieder waren ebenfalls enttäuscht und derart entmutigt, dass keine Rettungsversuche mehr unternommen wurden, um das angeschlagene Vereinsschiff wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Der Spielbetrieb war eingestellt und der Verein wurde wieder aufgelöst; der 2.Vorsitzende Michael Heider führte noch die letzten Abwicklungsarbeiten durch. Diese Situation war für den Rest der Spieler und vor allem für die aus der Jugendmannschaft nachkommenden jüngeren Sportler keine erfreuliche.

Neue Impulse

Eine Änderung trat erst ein, als Ludwig Stadler nach mehr als 3-jähriger russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause kam. Mit unerschütterlichem Optimismus und Begeisterungsfähigkeit warb er für eine Wiedergründung des Sportvereins und war auch der Initiator für eine Versammlung am 30.April 1949 im „Gasthaus zum Ochsen“. Insgesamt 24 Anwesende, meist jüngere Männer, entschlossen sich zur Wiedergründung des Vereins. Von der früheren Vorstandschaft stellte sich nur noch Schriftführer Josef Gail zur Verfügung. Der Spielbetrieb wurde sofort mit einigen Auswärtsspielen wieder aufgenommen. Eine Reihe der früheren Mitglieder trat in den Wochen nach der Wiedergründung erneut in den Verein ein, so dass sich die Mitgliederzahl zum 30.Juni 1949 auf 59 Mitglieder erhöht hatte. Auch bezüglich des störenden Holzmastes ergab sich recht bald eine Lösung. Dank der Einführung des Fußball-Totos war der Bayerische Fußball-Verband in München in der Lage, dem Verein einen Zuschuss aus Totomitteln in Aussicht zu stellen, als Schriftführer Josef Gail am 06.02.1949 vom Verbandspräsidenten Hans Huber empfangen wurde und diesem die Sorge des jungen Vereins vortragen konnte. Als dann schließlich 32 volljährige Mitglieder eine Bank-Bürgschaft unterzeichneten, wurde der von den LEW-Augsburg geforderte Betrag einbezahlt und noch im Juli 1949 wurde dieses jahrelange Hindernis beseitigt. Allerdings dauerte es noch bis zum Frühjahr 1957, bis der landwirtschaftliche Weg aus dem Spielfeld herausverlegt wurde. Die erste Veranstaltung des jungen Vereins war ein Pokalturnier verbunden mit einem Gartenfest bei der Bahnhofsgaststätte Gail.

In der Saison 1953/54 erreichte die 1.Mannschaft erstmals den zweiten Platz am Ende der Punktrunde und in der folgenden Saison 1954/55 gelang die 1.Meisterschaft für den Verein.

ssv 1954

SSV Steinheim – Meisterelf 1954/55

Stehend von links: Stadler Ludwig (Spielausschuss-Vorsitzender), Mayrshofer Michael (Betreuer), Mayr Josef, Holzinger Franz, Gail Josef (zugl. 1. Vorsitzender), Kreuz Ferdinand, Frolik Gottlieb, Seiler Wilhelm   (Schriftführer, aktiver Spieler), Mayr Michael (Kassierer)

Mitte von links: Strahl Georg, Krebs Anton, Korschinsky Josef

Vorne von links: Behringer Michael, Gellner Hermann, Schmidt Rudolf

Nicht auf dem Bild: Rößle Josef, Hofmann Josef, Schießl Ludwig und Biber Heinrich

Erste Baumaßnahmen

In der Generalversammlung am 6.Januar 1954 wurde der Bau zweier Umkleideräume und eines Schiedsrichterraums beschlossen. Im Jahre 1956 wurde dann der Rohbau erstellt. In mühseliger Arbeit einer kleinen Schar unentwegter Helfer wurde weitergearbeitet und im Jahre 1957 das schmucke Häuschen seiner Bestimmung übergeben. Leider musste die 1.Mannschaft am Ende der Saison 1958/59 wieder in die C-Klasse absteigen, war aber am Ende der Punktrunde 64/65 wieder ganz vorn und erreichte mit der Meisterschaft den Wiederaufstieg in die B-Klasse. Die in den 60er Jahren bei uns im Dorf durchgeführte Flurbereinigung nahm die zukunftsorientierte Vereinsleitung zu dem Anlass, die Gemeinde um eine Vergrößerung des Spielfeldes zu bitten. Nachdem eine Verlegung der Straße und damit eine Verbreiterung des Spielfelds nicht möglich war, wurde durch die Gemeinde die Anlage eines neuen Spielfeldes oberhalb des vorhandenen Sportplatzes auf einem damals sumpfigen Gelände angeboten und auch durchgeführt.

rohbau ssv

Der Rohbau des ersten SSV Sportheims

Nach dieser Arbeitsphase erwarteten besonders die Aktiven mit Ungeduld das Wachsen des jungen Rasens. Am 28.September 1965 wurde erstmals die Beleuchtung auf dem jetzigen Trainingsplatz durch Herrn Bürgermeister Knaus eingeschaltet, nachdem sich die Gemeinde Steinheim auch an diesem Objekt finanziell beteiligt hatte. Während auf dem neuen Spielfeld der junge Rasen dank guter Pflege kräftig wuchs, wurde am 10.April 1967 der erste Erweiterungsbau des Vereinsheims in Angriff genommen. Neben einem weiteren Umkleideraum wurde ein Duschraum, WC´s und ein Geräteraum erstellt. Nach einem feierlichen Feldgottesdienst wurde am 06.August 1967 der neue Sportplatz und das erweiterte Vereinsheim durch den damaligen Ortsgeistlichen H.H. Pfarrer Dr. Franz Schuster eingeweiht.

In der Saison 1967/68 wurde unsere A-Jugendmannschaft nach 1960/61 zum zweiten Male Gruppenerster und wurde mit einer kleinen Meisterschaftsfeier am 11.Juli 1968 geehrt.

Weitere Initiativen

Auf Anregung von H.H. Pfarrer Dr. Schuster übernahm der Verein im Dezember 1969 die noch im Pfarrhof vorhandene Fahne des ehemaligen katholischen Arbeitervereins Steinheim, die unter Mithilfe der kath. Kirchenverwaltung Steinheim in der Taubstummenanstalt Dillingen renoviert wurde. Nach siebenjähriger Zugehörigkeit zur B-Klasse musste unsere Elf nach der Runde 1971/72 ein Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt austragen. Dieses ging auf dem neutralen Platz in Zöschlingsweiler mit 1:2 gegen Landshausen verloren, was zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Abstieg in die C-Klasse bedeutete. Um als gemeinnütziger Verein anerkannt zu werden, musste die Vereinssatzung nun überarbeitet werden. Die neue und inzwischen noch geänderte Satzung unseres Vereins wurde in der außerordentlichen Generalversammlung am 27.Juli 1974 im Vereinslokal Fischerwirt genehmigt. Die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Dillingen erfolgte am 10.April 1975; der Vereinsname wurde in „SSV Steinheim 1932 e.V.“ ergänzt. Das Vereinsleben erfuhr eine wesentliche Erweiterung durch die am 30. Oktober 1974 erfolgte Gründung einer Damen-Gymnastik-Gruppe. Erfreulicherweise stellte Vereinswirt Josef Kleiber den Saal seiner Gaststätte für die Übungsabende zur Verfügung, um den Start zu ermöglichen.

ssv 70er

Stehend von links: Drexler Günter, Graf Franz, Fischer Gerd, Behringer Josef, Bessner Bernhard, Kapp Walter, Weißenburger Georg, Mayrshofer Richard

Kniend von links: Stadler Rudolf, Lachenmayr Erwin, Strazzeri Silvio

Nicht auf dem Bild: Gumpp Hermann, Gellner Josef, Lachenmayr Josef, Klinger Klaus, Veh Josef, Mayr Stefan


Die bevorstehende Gemeindereform brachte die Übergabe des Sportgeländes an den Verein mit sich und wurde am 11.November 1976 notariell beurkundet. Fünf Jahre nach dem Abstieg in die C-Klasse wurde die dritte Meisterschaft errungen, als unsere 1.Mannschaft nach einem langen Brust- an Brustrennen am Saisonende 1976/77 souverän mit 6 Punkten Vorsprung vor dem VfL Zusamaltheim den 1.Tabellenplatz belegte.

Im Sommer 1977 gab der Gemeinderat Steinheim einstimmig seine Zustimmung für den Bau von zwei Kegelbahnen und Geräteräumen und im Jahr 1978 wurde das bestehende Sportheim mit einer Kegelstube und einer Garage mit Abstellraum erweitert. Die Inbetriebnahme der Kegelbahn erfolgte noch im selben Jahr mit einem Probekegeln. Die offizielle Einweihung war im Juni 1979 mit einem Feldgottesdienst. 

Die 80er

Nach dem Anbau der Kegelbahn mussten noch ein Schutzgitter am Trainingsplatz angebracht, der Parkplatz vor dem Sportgelände ausgebaut und die Flutlichtanlage erweitert werden. Durch hohe Eigenleistungen konnten die Kosten dafür relativ niedrig gehalten werden. Nach diesen notwendigen Investitionen waren die restlichen 80er im Verein von eisernem Sparen beherrscht. So konnte die damalige, langjährig solide arbeitende Vereinsführung um Willi Seiler (20 Jahre ununterbrochen 1.Vorsitzender) und seinen Wegbegleiter Georg Strahl (34 Jahre ununterbrochen 2.Vorsitzender) den finanziellen Grundstein für den Bau der Tennisplätze und den Neubau des jetzigen Sportheims legen.

Im Jahr 1982 wurde vom Verein das 50-jährige Bestehen groß vom 10. bis zum 18.Juli gefeiert. Dabei wurden Junioren- und Seniorenpokalturniere ausgetragen.

Der Spielball zum Einlagespiel des Seniorenpokalturniers wurde dabei sogar mit einem Hubschrauber eingeflogen – es handelte sich jedoch um einen Modellhubschrauber mit dem Piloten Paul Sinz, damals und auch heute noch Pfarrer unserer Gemeinde.

Ein Wiedersehen gab es beim sportlichen Vergleich der damaligen AH mit ehemaligen Spielern des SSV Steinheim, die zum Teil aus der Ferne angereist waren. Nach einem kleinen Umzug wurde im 2000 Mann fassenden Zelt ein Gottesdienst mit einem anschließenden Festabend abgehalten.

Ein Kameradschaftsabend und der Festausklang am Sonntagabend rundeten das gelungene Jubiläum ab. Sportlich war die erste Mannschaft Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre in  der B-Klasse Donau etabliert. Zwischen 1979 und 1983 wurde dreimal in Entscheidungsspielen die Chance zum Aufstieg in die A-Klasse verpasst. Am 30.07.86 trug die 1. Mannschaft des SSV Steinheim sogar ein Freundschaftsspiel gegen einen damaligen Erstligisten Rumäniens, die Viktoria Bukarest, aus. Im Jahr 1989 begann der Niedergang mit dem Abstieg in die unterste Fußballliga. Ende der 70er wurde erstmals seit längerer Pause eine C-Jugend zusätzlich zur A-Jugend zum Spielbetrieb gemeldet, der bald danach auch eine E-Jugend und eine F-Jugend folgten. Im Jahr 1986 wurde die aus dem Steinheimer Zehentstadel umgebaute Turnhalle nach langjährigen Verzögerungen offiziell eingeweiht, so dass sich sowohl die sportlichen Bedingungen für die bestehenden Gymnastikgruppen verbesserten als auch zusätzliche Sportarten wie Tischtennis und Volleyball vom Verein angeboten werden konnten. Ab der Inbetriebnahme der Turnhalle wurde im Winter natürlich auch Fußball in der Halle gespielt.

Zur Pflege der Geselligkeit wurde zu dieser Zeit jährlich im Sommer ein mehrtägiger Vereinsausflug mit sehr reger Teilnahme organisiert. Regelmäßig wurde dabei gegen eine einheimische Mannschaft am jeweiligen Ausflugsziel ein Fußball-Freundschaftsspiel ausgetragen, wobei manchmal alle eingesetzten Spieler nicht in bester körperlicher Verfassung aufliefen. Im Winter fanden regelmäßig eintägige Vereinsausflüge in unsere Wintersportorte statt. Auch außerhalb des Fußballgeschehens wurde die Steinheimer Sportanlage genutzt. Im Jahr 1983 veranstaltete die Katholische Landjugend Steinheim das „Spiel ohne Grenzen“. Am 06.07.86 hatte der Steinheimer Johann Kummer seine Primiz als Neupriester auf dem Sportplatz. Der Start des Tennissports in Steinheim fand in der Gründungsversammlung der Abteilung am 18.01.89 statt. Noch im selben Jahr wurde die endgültige Genehmigung zum Bau der Tennisplätze auf dem dafür vorgesehenen, vereinseigenen Gelände der ehemaligen Steinheimer Kläranlage erteilt. Der Tennisplatzbelag wurde im Oktober dieses Jahres fertig gestellt, so dass am 06.10.89 das erste Spiel ausgetragen werden konnte. Dieses Jahrzehnt endete fußballerisch sehr erfolgreich. Zwei Meisterschaften wurden in einem Jahr gewonnen; die 1.Mannschaft und die A-Jugend spielten von nun an eine Klasse höher. Letztgenanntes Team konnte sich dort sogar länger etablieren.

Die 90er

Arbeitsreiche Jahre kamen auf alle Helfer zu. Der Baubeginn des Tennisheims erfolgte im Juli 1990. Noch vor Abschluss dieser Baumaßnahmen wurde bereits in der Generalversammlung 1991 nahezu einstimmig beschlossen, ein neues Sportheim zu bauen. Im Frühjahr dieses Jahres wurden die Bauarbeiten des Tennisheims abgeschlossen. Die Segnung der Tennisplätze und des Heims durch Herrn Pfarrer Sinz fand am 05.05.91 statt. Schon bald darauf begann die bisher größte Baumaßnahme des Vereins – der Neubau des Vereinsheims. Die „Hebauf-Feier“ wurde am 29.05.92 mit den freiwilligen Helfern durchgeführt. Bis zum Ende des Jahres 1992 wurden bereits mehrere Tausend freiwillige Arbeitsstunden am Vereinsheim geleistet. Schon am 31.07.93 wurde in einem Festabend das neue Sportheim eingeweiht und das verschobene 60-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Die kirchliche Segnung und ein Tag der offenen Tür fanden unter reger Teilnahme der Bevölkerung am nächsten Tag statt. Zusätzlich wurde im gleichen Jahr noch der auf Grund der regen Nutzung erforderliche dritte Tennisplatz fertiggestellt. Im Jahre 1990 konnte die Fußballseniorenmannschaft den Abstieg durch eine überlegene Meisterschaft mit dem sofortigen Wiederaufstieg in die B-Klasse (jetzt Kreisklasse) revidieren. In den weiteren Jahren führte die sportliche Entwicklung jedoch in Richtung C-Klasse (jetzt A-Klasse). Zwar folgte nach zwischenzeitlichem Abstieg im Jahr 1994 nochmals ein Aufstieg, kurz darauf ging es jedoch wieder in die C-Klasse, der der SSV nach der zwischenzeitlichen Umstellung in die Bezeichnung A-Klasse heute noch angehört. Die Jugendarbeit entwickelte sich jedoch höchst erfreulich, so dass zum Teil mehr als 60 Kinder und Jugendliche an einem geregelten Spielbetrieb teilnahmen. Der damalige Tennisboom in Deutschland wirkte sich auch stark auf unseren Verein aus. So konnte damals von den Aktiven nur einmal wöchentlich stundenweise ein Platz reserviert werden. Eine zusätzliche Spielmöglichkeit zu den Hauptspielzeiten war nur in Ausnahmefällen möglich. Auch im Tischtennis nahm unser Verein am geregelten Spielbetrieb mit zum Teil erfreulichen Ergebnissen teil. Aufgrund der guten sportlichen Bedingungen in Steinheim erhielt der Verein 1999 den Zuschlag als Stützpunkt für die Spezialförderung jugendlicher Fußballer im Bereich des Bayerischen Fußball-Verbands. Viele Übungsabende und fußballorientierte Lehrgänge wurden seither von erfahrenen Funktionären und Trainern abgehalten, immer wieder fanden qualifizierte Auswahlmannschaften den Weg zu uns.

An 25 Übungseinheiten jährlich trainieren dabei begabte jugendliche Fußballer mit speziell ausgelegten Methoden im Auftrag des DFB. Die Geselligkeit kam auch in den 90ern im Vereinsleben nicht zu kurz, ob am Sportplatz, in der Turnhalle oder anderen Veranstaltungen wie Kegelabenden der verschiedenen Abteilungen

Die Meisterschaft der Saison 1989/90

ssv 1990

Stehend von links: Georg Strahl (2.Vorsitzender), Franz Graf (1.Vorsitzender), Günther Singer, Gerhard Korschinsky, Hermann Demharter, Erwin Lachenmayr, Uwe Sluka, Ludwig Balletshofer, Bernhard Mayr, Walter Grahammer (Trainer)

Sitzend von links: Bernhard Krebs, Hermann Balletshofer, Hubert Kaltenegger, Günter Schubert, Rudolf Stadler, Werner Eggenmüller, Roland Birzele


Regelmäßig wurden Pokalturniere veranstaltet. Im Jahr 1991 wurde das auch heute noch jährliche Weinfest des Vereins erstmals veranstaltet. Im Jahr 1994 feierte die Damengymnastikgruppe unseres Vereins bereits ihr 20-jähriges Bestehen. Im Juli 1997 fanden in Schretzheim die Sepp-Herberger-Tage statt. Bei diesem Jugendfußball-Großereignis wurden auch Spiele von 40 Mannschaften auf dem Steinheimer Sportplatz veranstaltet. Eine Mannschaft, die bei uns spielte, stammte aus dem malerisch gelegenen und an vielen Kunstschätzen reichen Bardejov  aus der heutigen Slowakei.

Das neue Jahrtausend

Durch eiserne Sparmaßnahmen seitens der jeweiligen Vereinsführung konnten die durch den Sportheimbau entstandenen Schulden des Vereins bis zu den Anfangsjahren des neuen Jahrtausends auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Notwendige Investitionen und Arbeiten, wie zum Beispiel die Renovierung der Kegelbahnen, wurden natürlich trotzdem durchgeführt. Auf dem Sportheim und dem Tennisheim wurden 2002 Solaranlagen installiert, die sich innerhalb weniger Jahre durch die Einsparung an Gas amortisierten. Im Jahr 2004 konnte dann die dringend erforderliche Sanierung des Trainingsgeländes begonnen werden, deren Abschluss nach Anwachsen des Rasens im Juli 2005 mit der Einweihung auch gefeiert wurde. Im sportlichen Bereich des Fußballs errang die erste Seniorenmannschaft leider keine nennenswerten Erfolge.

Durch die konzentriert durchgeführte Jugendarbeit, in der zum Teil fünf Mannschaften zum Spielbetrieb gemeldet werden konnten und auch Meisterschaften gefeiert werden konnten, kann auf zukünftige Erfolge gehofft werden. Der Trend Tennis ebbte Ende der 90er Jahr ab und so stehen die Tennisanlagen derzeit oft leer. Die Bedingungen für den weißen Sport in Steinheim sind jedoch nach wie vor sehr gut, somit sind aktive Spieler auf unseren Plätzen natürlich herzlich willkommen. Weitere Sportangebote wurden im Verein ausgebaut. Im Bereich Turnen ist für jeden Geschmack und für jedes Alter eine Betätigungsmöglichkeit vorhanden. Jährlich wird in der Turnhalle ein Aktionstag veranstaltet, an dem sich die einzelnen Abteilungen allen Interessierten vorstellen. Als Familiensporttag wird zum Jubiläum bereits das 8.Steinheimer Fußball-Jedermannturnier für Mannschaften mit Bezug zum Ort veranstaltet. Der Verein steht finanziell auf soliden Beinen. Kurz gefasst: Wir sind auch für zukünftige Aufgaben gerüstet und werden unser bestehendes Sportangebot auch weiterhin bei ausreichendem Interesse ausbauen. Die Durchführung eines geregelten Sportbetriebs ist natürlich nur durch ehrenamtliche Tätigkeiten und Sponsoren möglich, deshalb ergeht ein besonderer Dank an alle sichtbaren und im Hintergrund arbeitenden Helfer des Vereins.

 
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